Sensorintelligenz in Automobilproduktion fördert Elektromobilität

Die Automobilindustrie hat 2016 wieder Rekordzahlen verbucht. Trotz weltpolitischer Unsicherheit boomte sie in allen Industrienationen. Doch der Veränderungsdruck auf die Automobilindustrie steigt stetig. Elektromobilität, Digitalisierung und der Ruf nach modularen und kostenoptimierten Fertigungskonzepten bringen Bewegung in die Branche. Unter dem Motto „Fortschritt in Fahrt bringen – Lösungen für die Automatisierung der Zukunft“ beginnen heute bei SICK in Waldkirch die Automobiltage. Bereits zum neunten Mal sind sie Plattform für Wissens- und Technologietransfer.

Ein Fachforum im Rahmen der Automobiltage beschäftigt sich gesondert mit dem Schwerpunkt der „e-mobility“: Mehr Fahrzeuge mit Elektromotor, mehr „Intelligenz“ in den Fahrzeugen – die Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität haben massive Auswirkungen auf die Industrie. Neue Produktionskonzepte und -prozesse sind gefragt, nicht nur bei Automobilherstellern und Automobilzulieferern, sondern auch in den Bereichen Werkzeugmaschinen, Handhabungs- und Montagetechnik oder der Batterieproduktion. Neue Komponenten wie leistungsfähige Batterien, Elektromotoren oder die entsprechende Leistungselektronik halten Einzug in die Fahrzeuge. Damit steigt die Anzahl der Bauteile pro Auto. Diese müssen natürlich exakt detektiert, geprüft und identifiziert werden. Als Sensortechnologieexperte leisten wir bei SICK dazu einen wichtigen Beitrag.

 

Sensorgesteuerte Qualitätskontrolle in der Batterieproduktion

Batteriehersteller müssen z. B. sicherstellen, dass ihre Produkte den wachsenden Anforderungen in puncto Sicherheit, Performance und Lebensdauer gewachsen sind. Dies setzt höchste Zuverlässigkeit und Effizienz im Produktionsprozess voraus und stellt hohe Anforderungen an die Qualitätskontrolle. Ein Beispiel: In der Batteriezellenfertigung ist das korrekte Stapeln von Elektrodenblatt und Separatorblatt von entscheidender Bedeutung: Wenn mehrere identische Blätter gleichzeitig aufgenommen werden, weil sie zusammenkleben, führt dies zu einer fehlerhaften Zelle. Ein Doppellagen-Sensor detektiert aneinanderklebende Elektrodenblätter zuverlässig – und hilft so, den Ausschuss zu minimieren. Auch 3D-Vision-Sensoren leisten in der Batterieproduktion ihren Beitrag zur Qualitätskontrolle: Sie prüfen die Anwesenheit der Komponenten innerhalb des Batteriemoduls und übernehmen die aufwendige 3D-Inspektion von Schweißnähten oder Steckverbindungen.

Detektion und Identifikation im Fahrzeugbau

Der zunehmende Variantenreichtum in der Fahrzeugkonstruktion erfordert die zuverlässige Detektion unterschiedlichster Materialien, um flexible Produktionsprozesse garantieren zu können: MultiTask-Lichtschranken, die tiefschwarze, glänzende Objekte oder schwer zu detektierende Werkstoffe wie Carbon zuverlässig erkennen und die entsprechenden Informationen kommunizieren, leisten hier einen wichtigen Beitrag.

Doch auch über den gesamten Produktionszyklus muss die Identifikation der einzelnen Bauteile gewährleistet sein. Nur so ist eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von Produkten, Bauteilen und Chargen realisierbar. Fest installierte und mobile Lesegeräte für Barcodes, 2D-Codes und RFID-Technologie ermöglichen das effiziente Erfassen von Fertigungsdaten: Ein zuverlässiges Datenmanagement ist dabei nicht nur bei möglichen Rückrufaktionen notwendig, es eröffnet auch neue Potenziale bei der Prozessoptimierung. Dabei ist die Einheitlichkeit bei Anschlusstechnik, Bedienoberfläche und Zubehörkonzept wichtig, denn nur so ist sichergestellt, dass flexibel zwischen den verschiedenen Technologien gewechselt werden kann.

Ganz gleich auf welcher Automatisierungsstufe Auf- oder Umrüstungen anstehen, SICK-Sensorik sorgt für Investitionssicherheit und Zukunftsfähigkeit – sowohl bei Nachrüstungen als auch beim Ausbau der Produktionsumgebung.

 

Das waren die Automobiltage 2017

 

ÜBER DEN AUTOR

Christoph Müller verantwortet Product Management und Marketing für das Global Business Center Industrial Integration Space und damit die SICK-Aktivitäten rund um vertikale Integration und datenbasierte Lösungen der Industrie 4.0. Zuvor leitete er bei SICK unter anderem die Bereiche „Global Marketing and Communication“ sowie den Aufbau neuer Geschäftsfelder.